Aniracetam
CAS-Nr.: 72432-10-1
Was ist Aniracetam?
Aniracetam ist ein Derivat von Piracetam, einer Verbindung mit nootropischer Wirkung. Andere verwendete Namen sind Ro-13-5057, Memodrin, Draganon, Sarpul, Ampamet, Referan. Es ist einer der Vertreter der Racetams, die in den 1970er Jahren synthetisiert wurden. Die Verbindung wird synthetisiert, indem die Aminogruppe von Piracetam durch eine methylierte Phenylgruppe ersetzt wird. Dies ermöglicht eine wesentlich bessere Fettlöslichkeit. Durch die Unterstützung der zerebralen Neurotransmission verbessert das Präparat die kognitiven Funktionen, ähnlich wie z. B. Phenylpiracetam.
Verwendung von Aniracetam
Aniracetam wird als Präparat mit nootropischer Wirkung verwendet. Durch seine Wirkung auf verschiedene Neurotransmittersysteme verbessert der Wirkstoff deutlich die Konzentration und das Gedächtnis. Da die Verbindung neuroprotektive Wirkungen aufweist, kann sie kognitive Beeinträchtigungen infolge von Ischämie oder Verletzungen des Gehirns ausgleichen. Eine weitere Anwendung des Arzneimittels Aniracetam ist die Verringerung von Angst und Unruhe sowie von depressiven Zuständen.
Mechanismus der Wirkung
Aniracetam wirkt auf AMPA-Rezeptoren und macht sie empfindlicher für Glutamat. Dadurch können die Neuronen des Hippocampus mehr Noradrenalin freisetzen. Die Verbindung reguliert auch die Aktivität der glutamatempfindlichen NMDA-Rezeptoren. Ein weiterer Wirkmechanismus des Präparats ist seine Wirkung auf Acetylcholinrezeptoren und die Erzeugung von Veränderungen in den Konzentrationen von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin. Das Profil des Produkts hängt von der Hirnregion ab – dem Hippocampus, der Amygdala oder dem Kortex.
Aniracetam – Dosierung
Die empfohlene Dosierung von Aniracetam beträgt 400 bis 1.500 mg pro Tag. Es ist am besten, mit kleineren Dosen, z. B. 300-400 mg, zu beginnen und zu prüfen, ob die Reaktion auf das Präparat zufriedenstellend ist. Da die Formel sehr fettlöslich ist, wird sie am besten mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen.
Referenzen:
- Isaacson JS, Nicoll RA. Aniracetam reduziert die Desensibilisierung der Glutamatrezeptoren und verlangsamt das Abklingen schneller erregender synaptischer Ströme im Hippocampus. Proc Natl Acad Sci U S A. 1991 Dec 1;88(23):10936-40; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC53047/
- Canonico V, Forgione L, Paoletti C, Casini A, Colonna CV, Bertini M, Acito R, Rengo F. Efficacia e tollerabilità dell’aniracetam in pazienti anziani affetti da deterioramento mentale primitivo e secondario [Efficacy and tolerance of aniracetam in elderly patients with primary or secondary mental deterioration]. Riv Neurol. 1991 May-Jun;61(3):92-6; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1767242/
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